1. Mai 2026 in Riesa: Solidarität, Diskussion und gemeinsames Anpacken
Der 1. Mai 2026 wurde am Bootshaus des Wassersportvereins Riesa als ein kollektiv getragenes Fest für Jung und Alt begangen. Organisiert wurde der Tag von verschiedenen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Gewerkschafter:innen der IG Metall Riesa. Es versammelten sich Kolleginnen und Kollegen, Familien sowie Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verschiedener DGB‑Gewerkschaften, um den Tag der Arbeit gemeinsam zu verbringen, sich auszutauschen und Kraft für kommende Auseinandersetzungen zu tanken.
Im Mittelpunkt stand dabei das Thema „Arbeitswelt unter Druck“. Anschaulich wurde dies unter anderem mit einer Aktion zum Tauziehen um Fachkräfte, die symbolisch aufzeigte, wie kapitalistische Konkurrenz und fehlende industriepolitische Planung die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen drohen. An Informationswänden wurde außerdem an frühere Kämpfe erinnert – insbesondere an den Kampf der Stahler:innen in den 1990er‑Jahren bei den Schmiedewerken in Gröditz und dem Mannesmannröhren-Werk in Zeithain um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze sowie die Angleichung der Arbeitsbedingungen an die westdeutsche Stahlindustrie. Diese historischen Erfahrungen machten deutlich: Errungenschaften müssen immer wieder erkämpft und verteidigt werden.
In Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, warum Gewerkschaftsarbeit und auch der 1. Mai politisch sein müssen. Dennie Panier (ehrenamtlicher zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Riesa) erläuterte in seiner Rede, wie er den 1. Mai in Riesa in den letzten vier Jahrzehnten erlebt hat und dass Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und soziale Sicherheit immer Ergebnis politischer Entscheidungen sind. Gewerkschaften sollen sich deshalb in die Politik einmischen, um die Interessen der lohnabhängig Beschäftigten konsequent zu vertreten. Ergänzt wurde dies durch einen Beitrag von Dietmar Damschke (ehrenamtlicher Kreisvorsitzender des DGB Meißen), der die aktuelle arbeiterfeindliche Politik der Bundesregierung kritisch einordnete und zu gemeinschaftlichem Widerstand und Solidarität aufrief.
Neben den politischen Inhalten kam auch das Miteinander nicht zu kurz. Bei einem gewerkschaftlichen Quiz gewann ein Kollege der IG BAU, was die gute Zusammenarbeit und Vernetzung der Gewerkschaften vor Ort unterstrich. Für die Verpflegung sorgte zum zweiten Mal Babuschka, musikalisch wurde der 1. Mai von Perski & Company begleitet. BGH‑Edelstahl stellte Gemälde aus den 1950er‑ und 1960er‑Jahren für eine Ausstellung zur Stahlindustrie in der DDR bereit – dort malten Kolleg:innen unter Anleitung eines Künstlers ihre eigenen Arbeitsbedingungen.
Für die Kinder stand eine Hüpfburg der Gemeindefeuerwehr Stauchritz zur Verfügung, und Kolleg:innen aus dem Mannesmann Röhrenwerk sowie aus dem Arbeitskreis für außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit (AGA) Riesa kümmerten sich um die Rollenrutsche des Kinder‑ und Jugendhauses RIEMIX.
Tobias Salin (verantwortlicher Gewerkschaftssekretär in Riesa) wertete den Tag wie folgt aus:
„Der 1. Mai in Riesa zeigte eindrucksvoll, dass Jung und Alt über Betriebs‑ und Gewerkschaftsgrenzen hinweg gemeinsam anpacken. Ohne die vielen planenden und organisierenden Köpfe, ohne brennende Herzen und starke Hände wäre dieser Tag nicht möglich gewesen. Er war zugleich Anlass zum Feiern, zum Erinnern und zum Vernetzen – und ein klares Zeichen dafür, dass Solidarität nach wie vor die größte Stärke der Gewerkschaftsbewegung ist!“
Auch wenn selbst die besten Tage einmal zu Ende gehen, bleibt die Botschaft dieses 1. Mai bestehen: Gemeinsam sind wir stark – heute und in den kommenden Kämpfen.