„Die Beschäftigten erwarten eine vernünftige Entgeltentwicklung und die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Die Arbeitgeber sollten die Stimmung in den Betrieben nicht unterschätzen“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa.
Bei Pierburg Pump Technology in Hartha trafen sich die Beschäftigten um 11.00 Uhr zum Warnstreik mit Frühschlussaktion. Im Februar wurde für die rund 380 Beschäftigten mit einem Überleitungstarifvertrag die Zukunft des Standortes für mindestens drei Jahren als Produktions- und Entwicklungsstandort gesichert. Der Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis drei Jahre nach Closing vollständig aus. Unter anderem wurde auch die betriebliche Ausbildung bei Pierburg Pump Technology gesichert.
„Für uns hier am Standort Hartha ist das Thema Standortsicherung das allerwichtigste Thema“, sagte Michael Klemke, 2. stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Pierburg Pump Technology in Hartha. „Aber natürlich spüren die Kolleginnen und Kollegen auch die hohen Lebenshaltungskosten. Aber: Ohne Standort keine Zukunft!“
Am Warnstreik bei Pierburg Pump Technology nahm auch Jan Otto, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, teil. In seiner Rede sagte er: „Mit kraftvollen Warnstreiks machen die Beschäftigten in Sachsen ihre Entschlossenheit in dieser Tarifauseinandersetzung sehr deutlich. Mit dem lausigen Angebot der Arbeitgeber werden sich die Kolleginnen und Kollegen nicht abspeisen lassen. Die Arbeitgeber müssen in der dritten Runde endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das die Kaufkraft der Beschäftigten sichert und echte Zukunftsperspektiven für Industriejobs in der Region enthält.“
Von 13.00 bis 14.00 Uhr beteiligten sich die Kolleginnen und Kollegen von Jenoptik mit einer Aktiven Mittagspause an der Tarifrunde.
„Mit den Kolleginnen und Kollegen von Jenoptik sind zudem Beschäftigte aus dem Silicon Saxony in Dresden mit dabei. Es ist ein gutes Zeichen, dass auch in der Halbleiterbranche eine Flächentarifbindung möglich ist“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa.
„Wir haben bei Jenoptik gerade eine sehr gute Auftrags- und Umsatzsituation. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten aus diesem Grund in der nächsten Tarifverhandlungsrunde von den Arbeitgebern ein weitaus besseres Angebot“, sagte Christoph Simm, Betriebsratsvorsitzender bei Jenoptik in Dresden, am Rande der Aktion.
Die IG Metall hatte das Arbeitgeber-Angebot des Arbeitgeberverbandes VSME in der zweiten Tarifverhandlung am 27. Oktober in Dresden zurückgewiesen. Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert für die rund 155.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.
Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung am 14. Oktober kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Runde heute am 27. Oktober schlugen sie vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um 1,3 Prozent. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen.