Am Donnerstag wurde es in Radebeul bei Koenig & Bauer laut. Die IG Metall Dresden und Riesa hatte die Beschäftigten von Koenig & Bauer in Radebeul von 12.00 bis 15.00 Uhr zu einem Warnstreik in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. Vor Ort beteiligten sich am Warnstreik auch Beschäftigte von LTB Leitungsbau, TK Aufzüge und mit einer einstündigen Aktion die Beschäftigten von AUMA Drives.
„Wir setzen die Warnstreiks in der Tarifrunde mit derselben Intensität fort. Die gute Beteiligung zeigt, dass es den Beschäftigten ernst ist“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa.“
Daniel Pfeifer, Betriebsratsvorsitzender bei Koenig & Bauer und Mitglied der Tarifkommission, betonte: „Das Angebot der Arbeitgeberseite ist völlig unzureichend und wird der Leistung und dem Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen in keiner Weise gerecht. Hier erwarten wir ein deutliches Entgegenkommen in der nächsten Verhandlungsrunde.“
Auch die Kolleginnen und Kollegen des LTB Leitungsbau waren in Radebeul dabei. „Unsere Kolleginnen und Kollegen beim LTB Leitungsbau sind jeden Tag bei Wind und Wetter unterwegs und leisten gute Arbeit. Die hohen Lebenshaltungskosten spüren wir aber alle. Daher fordern wir eine angemessene Erhöhung unserer Entgelte“, erklärte Sebastian Pilz, Betriebsratsvorsitzender LTB Leitungsbau in Radebeul. „Bei uns läuft es gerade richtig gut. Wir haben eine sehr gute Auftragslage. Und wir suchen händeringend Fachkräfte. Gute Arbeitsbedingungen machen den Arbeitgeber auch attraktiver für unsere künftigen Kolleginnen und Kollegen.“
Von 11.30 bis 12.00 Uhr trafen sich die Kolleginnen und Kollegen von Kompressorenbau Bannewitz zu einer Aktiven Mittagspause. „Durch unseren Haustarifvertrag sind wir Bestandteil dieser Tarifrunde“, erklärte Erik Scholz, Betriebsratsvorsitzender beim Kompressorenbau Bannewitz (KBB), am Rande der Aktiven Mittagspause in Bannewitz. „Die aktuelle wirtschaftliche Situation des Kompressorenbau Bannewitz (KBB) ist durchgehend zufriedenstellend. Derzeit werden Baumaßnahmen durchgeführt, um den wachsenden Anforderungen unserer Kunden im Hinblick auf die Liefermenge gerecht werden zu können. Die tarifliche Forderung nach mehr monatlichem Entgelt unterstützen wir, da die hohen Lebenshaltungskosten uns alle treffen.“
Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert für die rund 155.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.
Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung am 14. Oktober kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Runde heute am 27. Oktober schlugen sie vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um 1,3 Prozent. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen.