Die IG Metall hatte das Arbeitgeber-Angebot des Arbeitgeberverbandes VSME in der zweiten Tarifverhandlung am 27. Oktober in Dresden zurückgewiesen. Der Verhandlungsführer Jan Otto, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, machte deutlich: „Damit bleiben die Arbeitgeber deutlich hinter den Bedürfnissen und Erwartungen der Beschäftigten zurück.“ Die Arbeitgeber haben die Chance, mit einem verhandlungsfähigen Angebot, eine Einigung vor Ende der Friedenspflicht zu erreichen, nicht genutzt.
Die Stimmung beim ersten Warnstreik ab 11 Uhr war kämpferisch. „Die massiven Preissteigerungen tragen nicht nur die Unternehmen, sondern treffen vor allem auch die Beschäftigten. Daher erwarten sie eine angemessene Entgelterhöhung. Ihre Leistung und ihr Engagement sorgen dafür, dass die Wirtschaft allmählich wieder Tritt fasst. Dies ignoriert der sächsische Arbeitgeberverband mit seinem mickrigen Angebot. Das Angebot ist der Versuch, im Ergebnis eine knallharte Minusrunde für die Beschäftigten durchzusetzen. Daher starten wir jetzt nach Ende der Friedenspflicht in die Warnstreiks, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa.
„Wir müssen jetzt unseren Einkaufwagen füllen und unsere Miete zahlen. Da hilft uns keine Lohnerhöhung in eineinhalb Jahren. Dieses „Angebot“ der Arbeitgeber ist Ausdruck dafür, wie egal ihnen die Arbeitnehmer und deren Sorgen sind. Daher stehen wir im Warnstreik zusammen und erwarten die Anerkennung für unsere tagtägliche Leistung“, sagte Marco Vater, Vertrauenskörperleiter bei Elbe Flugzeugwerke.
Auch die Beschäftigten von Siemens Energy Dresden beteiligten sich am Mittag mit einem Warnstreik an der Tarifrunde.
Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert für die rund 155.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.
Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung am 14. Oktober kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Runde heute am 27. Oktober schlugen sie vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um 1,3 Prozent. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen.