Sternauto Tarifergebnis bei STERNAUTO nach schwierigen Verhandlungen erziel

Nach einem intensiven Verhandlungsjahr hat die IG Metall am 16. Juni in Leipzig ein Tarifergebnis für die Beschäftigten von STERNAUTO erzielt. In Dresden arbeiten rund 300 Beschäftigte in vier Betriebsteilen bei STERNAUTO.

Pressemitteilung

Nach einem intensiven Verhandlungsjahr hat die IG Metall am 16. Juni in Leipzig ein Tarifergebnis für die Beschäftigten von STERNAUTO erzielt. In Dresden arbeiten rund 300 Beschäftigte in vier Betriebsteilen bei STERNAUTO. Mit diesem Verhandlungsergebnis wurden schlechtere Arbeitsbedingungen verhindert, zentrale Standards gesichert und konkrete Verbesserungen erreicht.

Das Ergebnis sichert zentrale Punkte: Die 37-Stundenwoche bleibt an allen Standorten erhalten oder wird eingeführt, wo sie noch nicht gilt. Eine unbezahlte Ausweitung auf 38 Stunden pro Woche wurde verhindert. Für Beschäftigte und Auszubildende gelten künftig sofort 30 Tage Urlaub. Das Urlaubsgeld konnte weitgehend auf dem heutigen Stand abgesichert werden, für Auszubildende gibt es in weiten Teilen Verbesserungen.

Auch bei der Entgeltfortzahlung für Beschäftigte mit Verkaufsprovision konnte eine deutlich schlechtere Regelung abgewehrt werden. Ein wichtiger Punkt ist außerdem der doppelte Mitgliederbonus: Mitglieder der IG Metall erhalten besonderen Schutz im Alter und Zugang zu einer arbeitgeberfinanzierten Gesundheitsvorsorge in einem Projektzeitraum.

„Die Kolleginnen und Kollegen haben mit ihren Aktionen in den letzten Monaten gezeigt, dass sie ihre Zukunft in die Hand nehmen, anstatt abzuwarten. Dieser Druck hat den Rückenwind für diesen guten Tarifabschluss gegeben“, so Jens Kiehle, Gewerkschaftssekretär IG Metall Dresden, Mitglied der Verhandlungskommission und Unternehmensbetreuer. „Es lohnt sich, mit der IG Metall für bessere Arbeitsbedingungen zu streiten. Das zeigt auch dieses Tarifergebnis.“

Durch den Verkauf an die chinesische Autohandelsgruppe Lei Shing Hong (LSH) gab es einige Veränderungen. Das Unternehmen erstreckt sich über mehrere Bundesländer – und es mussten sehr unterschiedliche tarifliche Strukturen zusammengebracht werden. Die STERNAUTO ist in Dresden, Leipzig, Erfurt, Potsdam, Ludwigsfelde, Magdeburg, Schwerin und Rostock ansässig. Insgesamt arbeiten rund 1.300 Tarifbeschäftigte an allen Standorten. Der Manteltarifvertrag musste neu verhandelt werden. Der Arbeitgeber hatte damit gedroht, den Haustarifvertrag aus Potsdam an allen anderen Standorten ebenfalls anzuwenden, der deutlich schlechtere Regelungen beinhaltet hatte.

Jetzt entscheiden die Mitglieder der IG Metall in Versammlungen an allen Standorten, ob sie das Ergebnis annehmen. Wenn dies geschieht, gelten die neuen Regelungen ab Anfang September.

Weitere Informationen im Tarifinfo 

 

Die Verhandlungskommission zu Beginn des zweiten Verhandlungstages in Leipzig – 3. von rechts: Jens Kiehle, IG Metall Dresden und Riesa – rechts außen: Hans-Ulrich Kunz, Betriebsratsvorsitzender bei STERNAUTO Dresden – Foto: IG Metall

Unterschrift nach schwierigen Verhandlungen, links Frank Delmes, Geschäftsführer CFO STERNAUTO und Alexander Reise, Verhandlungsführer für die IG Metall – Foto: IG Metall