Tag der Arbeit 1. Mai in Dresden

„Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ – 1. Mai mit Vorstandsmitglied Nadine Boguslawski in Dresden

Demo 1. Mai

4. Mai 2026 4. Mai 2026


Am Tag der Arbeit waren schon am Morgen rund 26.000 Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs, um gemeinsam für sichere und gute Jobs zu demonstrieren. Auch in Dresden, Pirna und Riesa gab es Kundgebungen. In Dresden hielt Nadine Boguslawski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf dem Schloßplatz eine Rede.

„Ohne unsere Arbeit verdient ihr keinen Cent!“, so Nadine Boguslawski, Vorstandsmitglied der IG Metall, in Richtung Arbeitgeber. Der Osten dürfe nicht weiter Billiglohnland mit 17 Prozent niedrigeren Einkommen sein. Geringere Löhne bedeuteten auch niedrigere Renten. Zu der von Bundeskanzler Merz ausgelösten Debatte sagt Boguslawski: „Was im Westen als Basisabsicherung gilt, bedeutet im Osten Altersarmut.“

Tarifverträge seien gerade in Zeiten von Krise, Druck und Wirtschaftswandel der Schlüssel für Wachstum und Gerechtigkeit: „Egal wie sehr Merz und Co die Gesetze aufweichen wollen: Tarifverträge stehen für Qualität! Regierungen wechseln, Tarifverträge bleiben“, sagte Boguslawski mit Blick auf Diskussionen wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

„Wenn sich die Geldelite fair an der Finanzierung unseres Staates beteiligen würde, dann hätten wir auch keine Haushaltsprobleme“, so Nadine Boguslawski.

„Momentan werden Themen wie Deregulierung von Arbeitszeiten, Einschnitte bei der sozialen Sicherung, bei Rente und Krankenversicherung, Einschränkungen für erkrankte Beschäftigte, oft diskutiert, anstatt an den Lösungen aus der Krise zu arbeiten“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa. „Am 1. Mai wird die Debatte um Arbeit und Soziales auch auf den Veranstaltungen in unserer Region geführt. „Wir brauchen einen funktionierenden Sozialstaat und können diesen auch finanzieren. Statt zu verunsichern, sollten alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir gute tarifierte Industriearbeitsplätze im Land halten.“

Die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe kommentierte den 1. Mai in Sachsen: „Die Beschäftigten haben ein kraftvolles Signal für sichere und gute Jobs und gegen den sozialen Kahlschlag gesendet. Wir stehen geschlossen für eine bessere Zukunft in Sachsen und fordern die Politik zum Handeln auf. Schluss mit einseitigen Einsparvorschlägen auf Kosten der Beschäftigten. Schluss mit Sozialkürzungen. Schluss mit Angriffen auf unsere erkämpften Rechte. Jetzt ist ein Richtungswechsel notwendig, der die Menschen in den Mittelpunkt stellt und Sachsen fit für die Zukunft macht. Dafür machen wir uns auf der Straße, in den Betrieben und auf dem politischen Parkett gemeinsam stark.“

Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer um mindestens 3.000 erhöht, meldete der DGB.

„Die starke Beteiligung an unseren Veranstaltungen zum heutigen Tag der Arbeit zeigt: Die Beschäftigten nehmen die fortlaufenden Angriffe auf ihre Rechte nicht einfach hin, sondern sind kampfbereit. Die Politik sollte sich die Bilder von heute merken. Wer sich mit den Beschäftigten anlegt, wird es mit einer starken und geschlossenen Gegenbewegung zu tun bekommen. Und das ist gut so!“, resümierte Kolbe den Tag der Arbeit in Sachsen.