Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert gemeinsam mit den Beschäftigten den Volkswagen-Konzern auf, die sächsischen Werke wie vereinbart zum 1. Januar 2027 in die Aktiengesellschaft zu integrieren und damit den anderen deutschen Standorten rechtlich gleich zu stellen. IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto: „Am 1. Januar muss Schluss sein mit der Sonderrolle der sächsischen VW-Werke im Konzern. Das hat Volkswagen in einem Tarifvertrag zugesichert. Einen Bruch von Tarifverträgen werden wir nicht hinnehmen.“
An diesem Montag teilte Volkswagen der IG Metall mit, dass die VW Sachsen GmbH nicht wie tarifvertraglich geregelt zum 1. Januar 2027 in die Aktiengesellschaft integriert werden könne. Die VW-Führung erklärte, der Termin sei nicht zu halten. Die Verschmelzung müsse auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Allerdings hat sich der Konzern bereits 2021 in einem Tarifvertrag mit der IG Metall verpflichtet, die VW Sachsen GmbH zum 1. Januar 2027 in die AG zu überführen. Nach einer sechsjährigen Übergangszeit sollten die drei sächsischen Werke damit auch rechtlich ein ganz normaler Teil der Volkswagen AG werden.
Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Wir reden hier nicht über juristische Kleinigkeiten und bloße Formalia. Dieser Vertragsbruch ist ein schwerwiegender Vertrauensbruch, mit dem der Volkswagen-Konzern auf Konfrontationskurs mit allen VW-Beschäftigten in Sachsen geht. Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert gemeinsam mit den VW-Kolleginnen und -Kollegen in Zwickau, Chemnitz und Dresden die Konzernführung auf, sich an die schriftlichen Vereinbarungen zu halten.“
Die einseitige Ankündigung des VW-Konzerns, einen Tarifvertrag zu brechen, sorgt für Empörung in allen sächsischen Werken von Volkswagen. Dazu Stimmen von den drei Standorten in Sachsen:
Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Dresden-Riesa: „Viele VW-Kolleginnen und -Kollegen sind durch ständig neue Gerüchte und Spekulation ohnehin verunsichert. Jetzt legt der Konzern noch einen drauf mit der einseitigen Ankündigung, Zusagen aus einem Tarifvertrag nicht einzuhalten. Das kann so nicht stehen bleiben. Dem werden wir uns gemeinsam mit den Beschäftigten mit aller Kraft entgegenstellen.“
Thomas Aehlig, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen Sachsen GmbH und Betriebsratsvorsitzender der Gläsernen Manufaktur Dresden: „Dieser Vertragsbruch ist ein Schlag ins Gesicht aller VW-Beschäftigten in Sachsen. Die Empörung und die Wut in der Belegschaft sind groß. Wir werden den VW-Managern sehr deutlich machen, dass wir so nicht mit uns umgehen lassen. Die Kolleginnen und Kollegen haben geliefert, um die Integration in die AG zu ermöglichen. Jetzt muss Volkswagen seine Verpflichtungen erfüllen.“
Mario Albert, Betriebsratsvorsitzender VW Zwickau: „Die Kolleginnen und Kollegen in Zwickau sind stinksauer. Sie liefern hier im Werk jeden Tag Spitzenarbeit für Volkswagen ab und verstehen nicht, dass jetzt das Management eine lange bekannte Zusage nicht einhalten kann oder will. Viele fragen sich, was sie dem VW-Management noch glauben können und was als nächstes kommt. Die Unternehmensleitung muss jetzt rasch alles tun, um das verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen.“
Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau: „Dieser Tarifvertrag trägt die Unterschrift der VW-Führung. Wer schriftliche Zusagen gegenüber Beschäftigten nicht einhält, schürt die Zukunftsängste im Betrieb. Damit verstärkt Volkswagen die Sorgen, hier werde nur der nächste Stellenabbau oder die Abwicklung ganzer Standorte vorbereitet. Das Unternehmen steht in der Pflicht, dem mit einer verbindlichen Klarstellung entgegenzutreten.“
Olaf Glöckner, Betriebsratsvorsitzender im Volkswagen Motorenwerk Chemnitz: „Unser Motorenwerk Chemnitz ist hochprofitabel und ein wichtiger Bestandteil in der Wirtschaftsregion Chemnitz. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben ihren Beitrag zur vollumfänglichen Integration in die VW AG, wie tarifvertraglich zugesichert, eingebracht. Jetzt ist Volkswagen gefordert, ihren Teil dieses Vertrages einzuhalten und die sächsischen Standorte in die VW AG einzugliedern.“
Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz: „Die Belegschaft des Motorenwerks Chemnitz hat seit Jahren ihren Anteil an der Integration in die Volkswagen AG nicht nur erfüllt, sondern mit Spitzenergebnissen die Erwartungen deutlich übertroffen. Mit seinen Chancen und Potentialen ist das Motorenwerk Chemnitz ein fester und zukunftsrelevanter Bestandteil der Volkswagen AG. Jetzt gilt es, dieses Engagement konsequent anzuerkennen und den Standort nachhaltig zu sichern.“
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Pressegespräch (digital) Dienstag, 05. Mai, um 10.00 Uhr
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