Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie Warnstreiks nehmen Fahrt auf: heute bei Purem und Zeiss IMT

Am zweiten Warnstreiktag in der Region hat die IG Metall Dresden und Riesa zwei weitere Betriebe in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. Die Beschäftigten von Purem in Wilsdruff und Zeiss IMT in Dresden beteiligten sich an Warnstreiks.

Warnstreiks bei Purem in der Frühschicht

3. November 2026 3. November 2026


Bei Purem starteten die Warnstreiks am frühen Morgen um 4.00 Uhr mit einem zweistündigen Warnstreik. Es folgten zwei weitere zweistündige Warnstreiks um 12 und um 20 Uhr.

„Wir waren heute im Warnstreik, um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Lebenshaltungskosten steigen jeden Tag, man muss nur an die Tankstelle schauen. Das alles muss bezahlt werden. Daher erwarten wir auch eine gerechte Bezahlung, so Sebastian Welz, Betriebsratsvorsitzender bei Purem. „Das, was die Arbeitgeber bisher vorgelegt haben, reicht nicht ansatzweise aus, um die steigenden Kosten auszugleichen.“

In Dresden waren die Beschäftigten von ZEISS IMT um 11 Uhr zu einem zweistündigen Warnstreik vor dem Unternehmen.

 "Die wirtschaftliche Lage im Unternehmen erholt sich gerade. In den vergangenen Jahren haben wir einige Einschnitte als Belegschaft in Kauf genommen, um die Lage zu stabilisieren“, so Stefanie Barth, Vertrauensfrau bei ZEISS IMT in Dresden. „Die Inflationsrate spüren wir aber als Beschäftigte jeden Tag. Daher fordern wir eine angemessene Entgelterhöhung. Zusätzlich erleben wir als Softwareentwicklings-Standort durch den Einsatz von KI gerade eine umfangreiche Veränderung unserer Arbeit. Uns ist wichtig, dass die Arbeitsplätze am Standort erhalten bleiben. Wir wünschen uns konstruktive Gespräche zwischen den Verhandlungspartnern, die zu verlässlichen Zusagen vom Arbeitgeber führen."

 Die IG Metall hatte das Arbeitgeber-Angebot des Arbeitgeberverbandes VSME in der zweiten Tarifverhandlung am 27. Oktober in Dresden zurückgewiesen. Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert für die rund 155.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.

„Jeden Tag setzen sich die Beschäftigten mit voller Kraft für den Erfolg des Unternehmens ein. Statt einer Anerkennung sollen jetzt alle Reallohnverluste hinnehmen. Das ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll. Mit den Warnstreiks in der Tarifrunde machen wir klar: Die Menschen erwarten ein faires Angebot, das ihre Leistung anerkennt, sowie Kaufkraft und Zukunft sichert, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa.

Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung am 14. Oktober kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Runde heute am 27. Oktober schlugen sie vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um 1,3 Prozent. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen.