TKE Elevator Zusammenschluss von KONE und TK Elevator ist Angriff auf Mitbestimmung

Am Montag und Dienstag fanden in der TK Aufzüge Betriebsversammlungen in den Niederlassungen Dresden und Erfurt statt. Am Mittwoch platzte dann die Bombe mit einer Mitteilungsmail von CEO Uday Yadav an die Beschäftigten.

Kollegen von TKE

4. Mai 2026 4. Mai 2026


Am Montag und Dienstag fanden in der TK Aufzüge Betriebsversammlungen in den Niederlassungen Dresden und Erfurt statt. Am Mittwoch platzte dann die Bombe mit einer Mitteilungsmail von CEO Uday Yadav an die Beschäftigten. Damit werden die schlimmsten Befürchtungen der Beschäftigten wahrgemacht: Das Unternehmen TK Elevator wird an KONE verkauft.

Vor der Ankündigung, die auch an die Presse ging, gab es keinerlei Abstimmung mit dem Konzernbetriebsrat. Auch im Aufsichtsrat wurde dieser konkrete Plan nicht thematisiert. Die IG Metall sieht in diesem Vorgehen einen klaren Bruch der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

„Die Ankündigung des Konzernverkaufs an KONE stellt einen eklatanten Kulturbruch der vertrauensvollen Zusammenarbeit dar“, so der Konzernbetriebsrat. Der Konzernbetriebsrat fordert die Eigentümer auf, die Verhandlungen über den Zukunftstarifvertrag – auch bei einem Verkauf an KONE – im Sinne der Sicherheit aller Kolleginnen und Kollegen abzuschließen. TK Elevator gehörte zum Konzern thyssenkrupp, der von der Montanmitbestimmung geprägt ist.

„Als die Mitteilung kam, waren wir alle geschockt und haben die Welt nicht mehr verstanden. Alles war auf einen Börsengang ausgerichtet und der Eigentümer stand mit uns in Verhandlungen zu einem Zukunftstarifvertrag. Jetzt wissen wir, dass wir an der Nase herumgeführt wurden. Aber kampflos werden wir uns nicht ergeben!“, so Jasmin Heßler, Betriebsratsvorsitzende bei TK Aufzüge in Dresden.

Der Zusammenschluss von KONE und TK Elevator ist einer der größten Verkäufe durch einen Finanzinvestor in Deutschland. Auch der Ex-Mutterkonzern Thyssenkrupp profitiert. Die Aktie legte zweistellig zu. KONE aus Finnland will den deutschen Rivalen TK Elevator (TKE) für 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden übernehmen. Das teilten beide Unternehmen am 29. April in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der Vollzug der Transaktion muss allerdings von behördlicher Seite noch genehmigt werden. Auch die KONE-Aktionäre müssen zustimmen. Daher kann der Zusammenschluss erst im zweiten Quartal 2027 vollzogen werden.

Den beiden Haupteigentümern von TK Elevator, den Finanzinvestoren Advent und Cinven, gelingt damit ein Verkauf am oberen Ende der angepeilten Bewertung von 25 bis 29 Milliarden Euro.

„Wir werden die Kolleginnen und Kollegen mit aller Kraft unterstützen“, so Manuela Bergmann, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Dresden und Riesa. „Hier geht es um die Mitbestimmung und darum, dass die Beschäftigten bei diesem Zusammenschluss nicht ihre Rechte verlieren.“

2020 wurde TK Elevator von einem Private Equity gekauft. Üblich ist, dass Unternehmen dann nach sechs bis sieben Jahren weiterverkauft werden. Das hat die Belegschaft die ganze Zeit bewegt. Mit dem Zukunftstarifvertrag sollte die Beschäftigungssicherung geregelt werden und wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Gefordert wurde, dass der Unternehmenssitz in Deutschland bleiben soll, dass die Beschäftigten mit dem Betriebsrat ihre Stimme geltend machen können und das auch die Aufsichtsratsstruktur erhalten bleibt. Das ist essenziell auch für die Mitbestimmungskultur, die es derzeit bei TK Elevator gibt.

Hintergrund:

Bei TK Aufzüge arbeiten 106 Beschäftigte in den Bereichen Modernisierung, Neuanlage und Service in Dresden und Erfurt.