Tarifbewegung ME 2026 Enttäuschend und weltfremd: IG Metall lehnt Angebot der Arbeitgeber ab und bereitet Warnstreiks vor

Die IG Metall hat in der zweiten Verhandlung für die sächsische Metall- und Elektroindustrie das erste Arbeitgeber-Angebot zurückgewiesen. „Damit bleiben die Arbeitgeber deutlich hinter den Bedürfnissen und Erwartungen der Beschäftigten zurück“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto.

ME-Verhandlungen Sachsen am 27.10.

27. Oktober 2026 27. Oktober 2026


Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Die zweite Verhandlung war für die sächsischen Arbeitgeber die Gelegenheit, mit einem verhandlungsfähigen Angebot Warnstreiks noch abzuwenden. Diese Chance haben sie nicht genutzt. Die Beschäftigten erwarten und brauchen in diesen Zeiten mit gewaltigen Preissteigerungen einen spürbaren Anstieg ihrer Monatsentgelte. Dies ignoriert der sächsische Arbeitgeberverband weiterhin komplett. Unterm Strich will er eine knallharte Minusrunde für die Beschäftigten durchsetzen. Mit diesem enttäuschenden und weltfremden Angebot ist eine Einigung nicht möglich. Wir intensivieren daher die Vorbereitungen für Warnstreiks, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.“

 

Der IG Metall-Verhandlungsführer kritisierte zudem das Vorgehen vom VSME und dem bundesweiten Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Gesamtmetall hatte noch vor Beginn der Verhandlungen in Sachsen das Angebot per Pressemitteilung an die Medien in ganz Deutschland verschickt. „Deutlicher können die Arbeitgeber nicht demonstrieren, wie wenig ernst sie den Osten auch in diesen Tarifverhandlungen nehmen. Das ist ein völlig unangemessenes Verhalten. Die Beschäftigten in Sachsen werden nach Ende der Friedenspflicht die richtige Antwort geben.“

 

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert für die rund 155.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate.  Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.

 

Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung am 14. Oktober kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Runde heute am 27. Oktober schlugen sie nun vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um gerade 1,3 Prozent. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen.