Pressemitteilung Nach 134 Jahren endet die Walzengießerei Coswig: IG Metall initiiert Job-Messe für Beschäftigte

Rund 170 Beschäftigte der Walzengießerei Coswig haben gemeinsam mit der IG Metall in den vergangenen Monaten und Jahren um eine berufliche Zukunft in der Gießerei gekämpft. Am 28. Februar 2027 wird der letzte Beschäftigte das Werk verlassen.

Pressemitteilung

27. Oktober 2026 27. Oktober 2026


Job-Messe für die Beschäftigten der Walzengießerei Coswig am Freitag, 30. Oktober 2026, 12 bis 15 Uhr, Brauhaus Radebeul, Nach d. Schiffsmühle 8, 01445 Radebeul

Rund 170 Beschäftigte der Walzengießerei Coswig haben gemeinsam mit der IG Metall in den vergangenen Monaten und Jahren um eine berufliche Zukunft in der Gießerei gekämpft. Am 28. Februar 2027 wird der letzte Beschäftigte das Werk verlassen.

„Wir machen jetzt alles, um die Kolleginnen und Kollegen bei der Suche nach einem neuen Job zu unterstützen“, berichtet Steven Kempe, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Dresden und Riesa. „Daher haben wir gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und weiteren Partnern eine Job-Messe initiiert. Bislang haben sich 27 Arbeitgeber angemeldet. Wir hoffen, dass viele Kolleginnen und Kollegen einen neuen Arbeitsplatz finden. Schließlich sind sie gut ausgebildet und bringen viel Erfahrung mit.“

Am 30. Oktober findet die Job-Messe von 12 bis 15 Uhr nur für die Beschäftigten der Walzengießerei Coswig im Brauhaus Radebeul statt. Organisiert wird die Job-Messe von der Agentur für Arbeit, IG Metall und der Pegasus Personalvermittlung.

Die IG Metall hat gemeinsam mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat bis zuletzt um den Erhalt der Walzengießerei gekämpft. Erst in diesem Jahr haben die Beschäftigten mit dem Verzicht auf Urlaubsgeld, Tariferhöhungen und Leistungszulagen einen erheblichen Beitrag geleistet, um das Unternehmen aus der Insolvenz zu führen.

Mit der Schließung endet dennoch die 134-jährige Geschichte der Walzengießerei Coswig. Die Beschäftigten haben jahrelang um ihre Arbeitsplätze gekämpft und Opfer gebracht. Jetzt organisiert die IG Metall gemeinsam mit Partnern aus der Region neue Perspektiven.

„Wir erleben schon heute eine große Solidarität von IG Metall Mitgliedern, die in ihren Betrieben der Region nachfragen und Bescheid geben, wenn Beschäftigte gesucht werden“, berichtet Steven Kempe. „Solidarität wird bei uns in der IG Metall gelebt. Wir stehen zusammen, auch in schwierigen Zeiten. Wir kümmern uns um unsere Mitglieder und überlegen gemeinsam, wie wir unterstützen können.“

Die Walzengießerei – auch Coswig Guss – ist ein Unternehmen der DIHAG Integrated Foundry Group (kurz: DiHAG Holding). In den vergangenen Monaten wurde an mehreren Standorten Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angemeldet. Im November 2025 hatte die Walzengießerei Coswig Insolvenz angemeldet. Davon betroffen waren zu diesem Zeitpunkt 220 Beschäftigte. Das Insolvenzverfahren wurde im Februar 2026 eröffnet.

 „Es geht uns allen gerade sehr nahe, dass die Kolleginnen und Kollegen nach dieser harten Zeit keine Zukunft in der Walze haben werden. Zum Teil gibt es hier Kollegen, deren Vater und Großvater schon in der Gießerei gearbeitet haben. Die Beschäftigten haben jahrelang um ihre Arbeitsplätze gekämpft und erhebliche Opfer gebracht. Jetzt geht es darum, gemeinsam neue Perspektiven zu schaffen. Deshalb strengen wir uns gemeinsam an, die Kolleginnen und Kollegen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu unterstützen“, so Steven Kempe.

Für Rückfragen:

Steven Kempe, Zweiter Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa, 0151 162 393 24

Hintergrund:

Die Walzengießerei Coswig GmbH hat eine 134-jährige Tradition. Sie ist ein auf den Guss von Walzen und Handformguss spezialisiertes Industrieunternehmen mit Sitz in Coswig, in Sachsen, das schwere Stahlwalzen für die Metallindustrie, den Anlagenbau und die Kunststoffverarbeitung produziert. Das Unternehmen gehört zur DIHAG-Gruppe und fertigt hochwertige Walzen bis zu 60 Tonnen für den weltweiten Einsatz. Die DIHAG gehört zu 90 Prozent dem ukrainischen Geschäftsmann Oleksander Petrov. Seit Februar 2026 läuft ein Insolvenzverfahren. Die Gießerei schließt am 28. Februar 2027 ihre Tore.